ENKO - Energie intelligent koordinieren

Mit ENKO möchten Schleswig-Holstein Netz AG und ARGE Netz GmbH & Co. KG die Möglichkeit schaffen, lokale Erneuerbare Energien effizienter ins Stromnetz zu integrieren und vor Ort besser nutzbar zu machen. SH Netz und ARGE Netz entwickeln „ENKO“ – Das Konzept zur verbesserten Integration von Grünstrom ins Netz – gemeinsam im Rahmen des Forschungsprojektes NEW 4.0 (Norddeutsche EnergieWende 4.0). Für die Erreichung der Energiewende-Ziele in Deutschland ist ein konsequenter Zubau von Erneuerbaren Energien notwendig. Da der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Ausbau der Netze jedoch nicht in der gleichen Geschwindigkeit erfolgen und die Netze noch nicht ausreichend ausgebaut sind, kommt es in Regionen mit viel Erneuerbaren Energien häufig zu Netzengpässen.

Abb.: ENKO am Beispiel Schleswig-Holstein
Um die Netzstabilität zu gewährleisten, werden in diesen Situationen prioritär konventionelle Erzeugungsanlagen abgeschaltet. Oft reicht dies jedoch nicht aus, und erneuerbare Anlagen müssen zusätzlich abgeregelt werden. Mittlerweile hat dieses sogenannte Einspeisemanagement eine Häufigkeit der Eingriffe erreicht, dass auch angesichts der damit verbundenen Kosten neue Lösungsansätze notwendig werden. Im Jahr 2016 betrugen die Entschädigungszahlungen für Einspeisemanagement allein in Schleswig-Holstein 273 Millionen Euro. Ziel ist daher, lokale sektorenübergreifende Flexibilitätspotentiale in die Lage zu versetzen, mehr lokal erzeugten erneuerbaren Strom vor Ort zu nutzen. Mit Hilfe eines marktlich organisierten Koordinationsmechanismus könnten so Netzengpässe effizient vermieden werden.

Die ENKO-Plattform bietet hierfür ein Instrument. Sie funktioniert nach dem Subsidiaritätsprinzip: Jeder Netzbetreiber ist demnach zunächst in seinem Netzgebiet für die Systemstabilität verantwortlich. Die Netzbetreiber müssen ihre Engpässe in ihrem Netz prognostizieren, um ihren Bedarf an zusätzlichen Lasten auf der ENKO-Plattform auszuschreiben. Als neutrale Koordinationsplattform vermittelt ENKO am Vortag (day ahead) die vom Anschlussnetzbetreiber ausgewählten, zur Behebung der Netzengpässe geeignetsten Flexibilitätsangebote. Energie wird dabei nicht gehandelt. Der Flexibilitätsanbieter beschafft sich die Energiemenge für die benötigte zusätzliche Last über die etablierten Energiemärkte. Die hierdurch entstandenen wirtschaftlichen Nachteile müssen über einen geeigneten Anreizmechanismus mindestens ausgeglichen werden. Wichtig ist jedoch, dass die Zahlungen für Anreize an Flexibilitätsanbieter volkswirtschaftlich günstiger bleiben als die für Entschädigungen der sonst abgeregelten Erneuerbaren Energien. Zudem kann mit ENKO mehr Grünstrom effizienter genutzt werden. Eine direkte Steuerung der Anlagen durch den Netzbetreiber ist nicht vorgesehen, und die zusätzliche Last ist durch den jeweiligen Flexibilitätsanbieter eigenverantwortlich zu erbringen. Damit orientiert sich das ENKO-Konzept an bestehenden Marktprozessen und verfolgt in der Ausgestaltung die Grundprinzipien der Offenheit und Einfachheit.

Funktionsweise von ENKO

Rechtliche Rahmenbedingungen für ENKO

Das ENKO-Konzept sieht eine noch näher zu spezifizierende monetäre Vergütung der flexiblen Verbraucher für ihr netzunterstützendes Verhalten vor. Für den Forschungszeitraum von NEW 4.0 bis 2020 ist dies teilweise durch die von der Bundesregierung erlassene SINTEG-Verordnung gewährleitet. Diese Verordnung ermöglicht durch konkrete Rückerstattungsansprüche den Ausgleich von wirtschaftlichen Nachteilen, die die flexiblen Verbraucher durch die Projektteilnahme erleiden.

NEW 4.0 (Norddeutsche EnergieWende)

Das Projekt wird im Rahmen des Förder­programms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. 60 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik legen in NEW 4.0 gemeinsam den Entwicklungspfad, um die Gesamtregion Schleswig-Holstein und Hamburg bis 2035 zu 100 Prozent mit regenerativem Strom zu versorgen – versorgungssicher, kostengünstig, gesellschaftlich akzeptiert und mit merklichen CO2-Einsparungen. Übergeordnetes Ziel ist es, als „Schaufenster“ für Deutschland, aber auch für Europa die Machbarkeit der Energiewende aufzuzeigen.

ENKO-Flexibilitätsmarkt

Möchten Sie mit Ihrer Flexibilitätsanlage die Teilnahme am ENKO Flexibilitätsmarkt testen?
Dann fragen Sie unter ENKO@sh-netz.com Ihre Zugangsdaten an.

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